... in den Ferien im Jahre 2005. In der Nähe unseres Hotel in Jimbaran kamen mein Mann und ich an den abendlichen Spaziergängen jeweils an zahlreichen kleinen Geschäften vorbei. Zuerst als typische Touristen verhaltend, wurde unsere Neugierde für die kleinen Geschäfte erst geweckt als wir Nelly und ihre Familie kennen lernten.
Nach einem sehr interessanten Gespräch mit Nelly über Kultur und Leute auf Bali kauften wir ihr schlussendlich ein paar FlipFlop's und Halsketten ab. Die Freude bei Nelly war riesig. Sie erzählte uns dann auch, dass sie nun mit dem verdienten Geld endlich Schulbücher für Ihre älteste Tochter kaufen könne.
Nelly erzählte uns auch, dass vor der „Bali-Bombe“, dem terroristischen Ereignis im Jahr 2004, die Geschäfte und das traditionelle Handwerk florierten. Nach der "Bali-Bombe" blieben die Touristen komplett aus und damit auch fast die gesamten Verkäufe in den Shops.
Da somit auch sämtliche Heimarbeit für die Familien weggefallen ist, muss gespart werden wo es geht. Viele Familien können die Kinder deshalb auch gar nicht mehr zur Schule schicken.
Dieser Moment war es auch wo ich dachte - Aha ist klar: keine Touristen, kein Verkauf, kein Geld und somit auch Probleme für die Eltern ihre Kinder in die Schule schicken zu können - Da muss man doch irgendwie was machen können und die Familien und Kinder irgendwie unterstützen.
Für die balinesischen Familien ist Schulbildung für ihrer Kinder sehr wichtig und man legt grossen Wert darauf, dass die Kinder auch eine gute Schulbildung erhalten. Der Grund hängt auch mit der Altersvorsorge der Eltern zusammen. Diese obliegt nämlich den Kindern, d.h. die Eltern leben bis zu ihrem Tod mit der Familie zusammen, welche für den Lebensunterhalt aufkommen müssen. Je besser die Ausbildung der Kinder ist, desto grösser ist die Chance einen guten Beruf ausüben zu können, somit besser zu verdienen und einen sorgenfreieren Lebensstandard zu erreichen.
Die Eltern müssen Schule, Schuluniformen, Schulbücher und Bleistifte selber bezahlen. Viele Familien können sich dies jedoch nicht mehr leisten. Die Kinder müssen bei der Arbeit auf den Reisfeldern helfen, während andere Familien einfach die Gebühren für Schulbücher und -uniformen nicht aufbringen können. Immer mehr Kinder können deshalb nicht - oder nur noch selten - zur Schule gehen.
Die Lehrer sind sehr gewissenhaft und angenehm im Umgang mit den Kindern.
Nelly vermittelte uns denn auch den Kontakt zu Ihrem "Boss" Pinkan. Pinkan war sehr angetan von meiner Geschäftsidee und es ging jetzt darum die Details zu besprechen.
Es ist mir wichtig, dass die Hausfrauen die Arbeit zu Hause machen können und auch das Geld bekommen. Aus diesem Grunde überwache und kontrolliere ich die Aufträge direkt.